Das Ziel der Betreuung und Behandlung im Rahmen der stationären Jugendhilfe ist es, die ganzheitliche Entwicklung des Kindes und Jugendlichen in seinem sozialen Umfeld durch interdisziplinäre Hilfen und soziales Gruppenerleben zu fördern.
Dabei soll vorhandener oder drohender seelischer Behinderung entgegengewirkt und in möglichst intensiver Weise mit Eltern, Erziehungsberechtigten und anderen mit dem Kind/Jugendlichen befassten Institutionen/Personen zusammengewirkt werden. Darüber hinaus ist es auch Ziel, die Familie in ihrer Erziehungsverantwortung zu unterstützen und dauerhaft zu stärken.

Hierbei gelten folgende Prinzipien:

  • Schutz für eine abstinente Lebensführung;
  • so viel Freiraum wie möglich, so wenig Einschränkungen wie nötig;
  • Schaffung der Möglichkeit der Nachreifung.

 

Unsere Aufgabe und somit die Ziele für die Arbeit mit den Jugendlichen sehen wir daher in:

  • der Prävention und Beseitigung der grundlegenden Störungen/Verhaltensauffälligkeiten,
  • der Beseitigung der Suchtverhaltensweisen,
  • der Beseitigung der sekundären Folgeschäden (Komorbidität) des auffälligen Verhaltens,
  • der Stärkung der vorhandenen Ressourcen im Hinblick auf praktische, kreative und intellektuelle Fähigkeiten,
  • der Entwicklung altergemäßer Strukturen,
  • der Erziehung zu verantwortlichem Handeln,
  • der Entwicklung von Einfühlungsvermögen, Gemeinschaftsgefühl und Beziehungsfähigkeit,
  • der Akzeptanz emotionaler Wünsche und Bedürfnisse bei sich und anderen,
  • dem Erlernen lebenspraktischer Fertigkeiten,
  • die Entwicklung einer eigenen Identität,
  • dem Ordnen der "äußeren" Realität (Schulabschluss, Wohnsituation und Berufsausbildung),
  • und vor allem dem "Füllen des Loches".

Unter dem letzten Punkt ist das Finden von sinnvollen und anregenden Alternativen zum abweichenden Verhalten im Sinne von Assfalg (1992) zu verstehen. Dieser Punkt wird leider immer wieder unterschätzt. Aber ohne die Entwicklung neuer Lebensziele und dem Aufbau einer tragfähigen Lebensfreude sind nur wenige Jugendliche bereit, den Weg der Entbehrungen, den die Therapie für sie oft darstellt, zu gehen.