Ort: „Stadtwohngruppe Waldkirchen“
Dauer: flexibel, maximal 1 Jahr


In den drei stationären Modulen sollen die Jugendlichen innere und äußere Strukturen aufbauen und im Rahmen des stationären Settings überprüfen. Die eigentliche Bewährungsprobe wird aber die Zeit nach der stationären Betreuung sein.

Der Schritt aus dem (auch in der Stadtwohngruppe) noch gut behüteten Rahmen in den Freiraum der eigenen Wohnung bietet für den Jugendlichen eine Reihe von Herausforderungen, die zur Überforderung im Sinne einer Rückfallgefährdung oder sonstiger psychischer Krisen führen können.

Diese Krisen werden neben den normalen Krisen der pubertären Entwicklung auftreten. Wenn es gelingt, hier erfolgreiche Hilfen einzubauen und Rückfälle zu verhindern bzw. aufzufangen und in erfolgreiche Krisenbewältigungen umzuleiten, ist ein wichtiger Schritt in Richtung Abstinenz gelungen.

Der Jugendliche selbst wird in dieser Phase neben dem Erproben einer eigenständigen Lebensführung seinen Lebensschwerpunkt im Schulabschluss, in der Berufsausbildung bzw. –tätigkeit sehen. Er wird erleben, wie ein geordnetes, gesellschaftlich akzeptiertes Leben (ohne Drogen) in der Realität der Selbständigkeit mit allen Anforderungen aussieht. Er wird neue Beziehungen eingehen und eine Reihe praktischer Lebenserfahrungen sammeln. Dies alles soll er nach Möglichkeit in Eigenverantwortung ohne Anleitung von Außen machen, dennoch ist eine Sicherheit im Sinne eines Coachings hier sinnvoll.

In der Vorbereitung auf die Zeit nach der stationären Maßnahme muss daher von allen beteiligten Stellen (Jugendamt, Einrichtung, ev. Eltern und Schule, und natürlich dem Jugendlichen) genau eruiert werden, wo mögliche Schwachpunkte liegen und wie diese, wenn im Rahmen einer ambulanten Nachsorge gewünscht, von unserer Seite begleitet werden können.

Die Jugendlichen der ambulanten Nachsorge leben in einem von ihnen selbst angemieteten Wohnraum. Hier sind sie für ihre Grundversorgung und für die Sauberkeit der Räumlichkeiten zuständig.

Da die Jugendlichen insbesondere zu Beginn ihres neuen eigenständigen Lebens noch Probleme zwischen Freiheit einerseits und Eigenverantwortung anderseits haben, muss hier eine enge pädagogische Begleitung ansetzen. Hierzu gibt es eine eigens für diesen Jugendlichen zuständige pädagogische Fachkraft. Diese Kraft wird individuell, je nach Fähigkeit und Problematik des Jugendlichen, diesen in einem mit dem Jugendamt abgestimmten Zeitrahmen bezüglich lebenspraktischer Fertigkeiten, Freizeitverhalten, Schul- und Berufsausbildung, Ämtergänge, finanzielle Angelegenheiten usw. coachen.

Inhaltlich sind ebenfalls eine intensive pädagogische Betreuung im eigenen Wohnraum, regelmäßig wöchentliche Einzel- und Gruppengespräche, sowie Kriseninterventionen vorgesehen. Diese Begleitung geschieht meist im häuslichen Rahmen, kann aber auch in den Räumlichkeiten der Stadtwohngruppe Waldkirchen oder anderen Örtlichkeiten stattfinden.

Die Jugendlichen sollten zumindest zu Beginn der ambulanten Nachsorge noch eine regelmäßige psychotherapeutische Betreuung in Form eines wöchentlichen Einzelgespräches und der Teilnahme an der Gruppentherapie in der Stadtwohngruppe haben.

Die Kosten und der Umfang für eine ambulante Nachbetreuung sind mit dem zuständigen Jugendamt vor Beginn individuell je nach pädagogischem und therapeutischem Bedarf zu vereinbaren. Es erfolgt die Dokumentaion durch die Einrichtung.